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Wer baut hier eigentlich | Teil 1

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Nun ist die erste Arbeitswoche am Kirchendach schon vorbei und jeden Tag war eine kleine Entdeckung oder Überraschung dabei. Es gibt wirklich soooooo viel zu erzählen.Nun ist es aber auch einmal an der Zeit, dass ich euch genauer vorstelle, wer hier eigentlich am Werk ist. Dazu beginne ich mit dem Architekturbüro. Seit dem Frühjahr ist das Büro von Fergal McNamara mit unserem Kirchendach beschäftigt. Seine Firma heißt 7L Architects und ist in Dublin angesiedelt. Fergal besitzt die Qualifikation eines RIAI Accredited Conservation Architect Grade 1, was eine Voraussetzung war, um an einem denkmalgeschützten Gebäude wie meiner (entschuldigt: unserer!) Kirche bauen zu dürfen. 7L Architects ist auf die Restaurierung, Renovierung und Erhaltung historischer Gebäude von nationaler und regionaler Wichtigkeit spezialisiert. Mit kreativen Ansätzen und eine ganze Menge Erfahrung will 7L Architects dazu beitragen dass der Charme historischer Gebäude erhalten bleibt und auch von zukünftigen Generat…

Enthüllungen? Verhüllungen!!!

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Während die Dachdecker in diesen Tagen das Dach von außen abdecken, um den gesamten Schäden ausführlich auf den Grund gehen zu können, müssen sie in der Kirchen ebenfalls alles abdecken. Ja, ihr habt richtig gelesen. Ein Wort, das doch zwei ganz verschiedene Dinge beschreibt. Man kann ja auch schlecht sagen, dass sie außen das Dach ent-decken und innen ver-decken ... Oder vielleicht doch?
Tatsache ist jedenfalls, dass durch den Vorgang des Abdeckens außen unendlich viel Dreck nach innen gelangt. Das habe ich am ersten Dachdecker-Tag schon mal erwähnt. Der Dreck rieselt durch diese Ritzen. 




Und damit das, was außen geschieht, innen nicht alles restlos in zentimeterdicken Staub hüllt, sieht es in der Kirche im Moment so aus: 

Das sind eine ganze Menge Verhüllungen, die das Schlimmste verhindern sollen. Aber ich kann nur ahnen, dass, wenn das Dach mal wieder dicht ist, "nur mal schnell staubsaugen" sicher nicht ausreichen wird ...

Nägel mit Köpfen machen

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Diese alte Redensart hat es wirklich in sich. Im übertragenen Sinn heißt es ja, dass man eine Sache vollständig und zum besten zum Abschluss bringt. In diesen Tage lerne ich aber, dass dahinter eine ganz tiefe Handwerkerweisheit steckt!Das kann man geradezu wie im Lehrbuch am Kirchendach studieren. Als die Kirche erbaut wurde, wurden die Dachschiefer mit geschmiedeten Eisennägeln an den Dachlatten festgenagelt. Heute, 157 Jahre später, haben Wind und Wetter dem Eisen so zugesetzt, dass sie wortwörtlich schon seit ein paar Jahren immer weiter kopflos wurden. Während das meiste des Nagelstiftes dabei im Holz versenkt wurde, waren die Nagelköpfe und der obere Hals den Witterungsverhältnissen ausgesetzt. Und was macht die Witterung mit Eisen??? Genau! Es oxidiert. Oder, wenn ich das mit meinen einfachen Worten beschreiben darf: es rostet. Ganz gewaltig! Da der Nagelkopf sowieso platt ist, hat der Rost vor allem am Stift gearbeitet - und in ganz vielen Fällen so lange, bis der Kopf ab war.…

Auftakt für die Dachdecker

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Vor genau einer Woche entstand dieses Bild: Endlich die Unterzeichnung des Vertrages mit dem Architekten sowie der ausführenden Dachdeckerfirma. Seither ist eine ganze Menge passiert in meiner kleinen Welt. Links sind Fergal und Silvia vom Architekturbüro zu sehen, daneben Schatzmeister Frithjof und Pastor Stephan und schließlich rechts im Bild Sean und Harry von der Dachdeckerfirma. Heute dann sieht die Szene schon wieder ganz anders aus und man steigt mir aufs Dach! Was rumpelt das da oben! 


Und ich hier unten ... haaaaaa-tschi!!! Sitze im Staub, den ich in dieser Menge schon lange nicht mehr gesehen habe. Staub ist auch fast schon untertrieben - es ist 150 Jahre alter Dreck, der da gerade durch die Bretter des Kirchendaches nach unten rieselt. Haaaaaaa-tschi! Gute Nacht! Das werde ich mir morgen weiter betrachten. 

Das Gerüst ist da

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Heute wurde das Gerüst geliefert. Zeitig am Vormittag kamen die Gerüstbauer - zum Glück mit einem schmalen LKW. 
Den Rest des Tages verbrachten sie damit, an der Westseite und auf einer Giebelseite die Streben und Bretter anzubringen, damit ab morgen die Dachdecker sich in schwindelerregende Höhen begeben können. 
Und so sieht das nun hier aus bei mir in der Adelaide Road: 















Und natürlich musste ich mich ganz genau anschauen, wie das im Detail gemacht ist!







Was bisher schon geschah

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Dass das Dach zu bröseln anfing, habe ich ja schon erwähnt. Bestimmt wollt ihr aber wissen, wie es dazu kam. Hier gebe ich euch einen kurzen Überblick über die Tatsachen, wie sie bisher bekannt sind: 1863 wurde St. Finian's erbaut. Seitdem ist das Dach in seinem unveränderten Originalzustand. Auch die Nägel, die die Schiefer an den Dachlatten halten. Da man damals Eisennägel verwendete sind sie seit über 150 Jahre Wind und Wetter ausgesetzt - und eine ganze Menge von ihnen sind angerostet oder durchgerostet. Dass solche Nägel keine schweren Ziegel mehr halten können, leuchtet selbst mir ein. Und immer wieder haben sich daher Ziegel vom Dach gelöst - vor allem auf der Westseite. Eine genauere Übersicht zur Ausgangssituation und den Plänen, wie sie vor zwei Jahren begannen Gestalt anzunehmen, findet ihr hier. Natürlich kann man auch nicht einfach anfangen, ein Kirchendach aus dem Handgelenk zu sanieren! Immerhin ist mein Zuhause St. Finian's denkmalgeschützt. So kommen zwei groß…

Hallo! Ich bin's: Finnja, die KirchenMaus.

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Schön, dass du auch da bist - hier, auf dieser neuen Seite, hier mit mir in St. Finian's! Hier wohne ich nämlich als Kirchenmaus. Vielleicht sind wir uns auch schon mal begegnet?In der Kirche ist es oft schummerig-dunkel, manchmal leuchten aber auch die Lichter. Die, die von der Decke an einer Schnur hängen (das nennt man bei euch glaube ich  "Kabel")  und die Lichter, die so ein bisschen flackern - die Kerzen. Ich mag "meine" Kirche, mein zu Hause! Über die letzten Jahre habe ich aber begonnen, mir ganz schön Sorgen zu machen! Es fing erst ganz harmlos an zu bröseln. Dann kam auch schon mal ein kleiner Tropfen von oben, dann roch es mal seltsam ... "Das wird ungut.", dachte ich mir da als kleine Kirchenmaus. Aber meine kleinen, spitzen Ohren können sehr gut hören! Und da habe ich vernommen, dass Wallung aufkam. Immer wieder fiel das Wort "Dach"! Ich habe verstanden, dass das Dach neu gemacht werden soll - weil es neu gemacht werden muss. Un…